Biografie

Zu Hause in Nordrhein-Westfalen

Markt in Wermelskirchen

Meine Heimat ist das Bergische Land. Geboren wurde ich am 7. Januar 1979 in Wuppertal, wo meine Großeltern eine Bäckerei hatten. Wuppertaler war ich aber nie, auch wenn ich heute gelegentlich so begrüßt werde. Aufgewachsen bin ich in Wermelskirchen – einer Kleinstadt im Grünen nordöstlich von Köln.

Freude am Argument

Mein erstes gewähltes Amt war: Schülersprecher des Städtischen Gymnasiums Wermelskirchen. Überhaupt habe ich mich sehr für politische Themen und Philosophie interessiert  und leidenschaftlich gerne diskutiert. Nicht immer zur Freude aller Lehrer.

Freiheit als Lebensgefühl

Christian Lindner

Möglichst früh wollte ich auf eigenen Beinen stehen – mit eigenem Auto und eigener Wohnung. Sobald es ging habe ich ein Gewerbe angemeldet, um mir meine Träume selbst zu finanzieren. Daraus wurde rasch eine kleine Werbeagentur, die vor allem regionale Telefongesellschaften an den Markt begleitet hat. Ich bin bis heute stolz darauf, mir schon früh Unabhängigkeit erarbeitet zu haben.

Darum Freier Demokrat...

Tafel, Christian Lindner

Irgendwann wollte ich meinem politischen Interesse auch Engagement folgen lassen. Ich habe daraufhin Parteiprogramme gelesen, mir die Parteien vor Ort angesehen und mein Lebensgefühl bei den Freien Demokraten wiedergefunden. Und da es keine liberale Jugendorganisation vor Ort gab, haben ein paar Freunde und ich die Jungen Liberalen in Wermelskirchen gegründet.

Politik als Hobby

Natürlich war Politik zuerst nur ein Hobby. Aber ein besonderes. Mir schien damals, die FDP in NRW müsste sich mehr für die Anliegen junger Menschen öffnen. Auf einem Landesparteitag 1998 habe ich das in der Aussprache so gesagt. Und danach auch spontan für den Landesvorstand kandidiert. Ich wurde gewählt – für mich überraschend.

Einmal erfolgreich, einmal lehrreich

Mitte 2000 gründete ich gemeinsam mit zwei Freunden mein zweites Unternehmen. Als vierten Partner konnten wir einen privaten Risikokapital-Investor gewinnen. Doch es kam alles anders, als wir es geplant hatten: Die damalige Börsenblase platzte, noch bevor wir überhaupt richtig begonnen hatten...

Aus Krisen lernen

Tafel, Ich darf scheitern

…Ende 2001 meldete unser Unternehmen Insolvenz an. Ich war zwar am Ende nicht mehr in der Geschäftsführung, aber natürlich trotzdem desillusioniert. Gegner werfen mir das bis heute vor. Diese Häme begleitet auch viele andere Menschen, die etwas wagen und einmal scheitern. Für mich ist das ein großes Thema: Menschen Mut zu machen, Risiken einzugehen und beim Scheitern neue Chancen zu geben.

Hauptmann der Reserve

Christian Lindner, Hauptmann der Reserve

Nach dem Abitur habe ich als Hausmeister in einer Bildungsstätte Zivildienst geleistet. Obwohl ich eigentlich zur Bundeswehr wollte, hätte ich anders mein Unternehmen nicht fortführen können. In diese Abwägungen wurde man damals gezwungen – heute gibt es eine Freiwilligenarmee. Ich selbst habe mich später dann für die Reserve der Bundeswehr beworben. Heute bin ich Hauptmann der Reserve der Luftwaffe.

Studium in Bonn

In Bonn habe ich von 1999 bis 2006 parallel zu Beruf und politischer Tätigkeit Politikwissenschaft, Staatsrecht und Philosophie studiert. Zeitweilig war das eine besondere Anstrengung. Zwar habe ich deshalb nicht viel von Bonn und dem Studentenleben mitnehmen können, aber dafür umso mehr von meinen akademischen Lehrern Frank Decker und Udo di Fabio.

Einzug in den Landtag

Christian Lindner - Landtag NRW

Im Jahr 2000 wurde ich in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt. Ich hatte nicht damit gerechnet. Als Noch-Student wollte ich dann aber natürlich voll einsteigen und Hochschulpolitik machen – die Defizite kannte ich ja aus der Praxis. Meine Fraktion hingegen fand, der jüngste Abgeordnete solle sich lieber mit Kindergärten beschäftigen...

Experte für Kinder, Jugend und Familie

Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte das Themengebiet Kinder, Jugend und Familie damals gerade abfällig als „Gedöns“ betitelt. So hatte auch ich anfangs Zweifel. Das ging rasch vorbei. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, frühkindliche Bildung, Integration – das sind Zukunftsaufgaben, die bis heute dringlich sind. Über neun Jahre war ich in der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik parlamentarisch tätig.

Botschafter für das Kinderhospiz

Christian Lindner liest Kindern vor

In dieser Zeit begann auch mein Engagement als Botschafter für das Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf, das von engagierten Bürgern getragen wird. Ein warmer Zufluchtsort, der unheilbar erkrankten Kindern ein Zuhause und ihren Familien Trost beim Abschied bietet.

Wahlkampf-Leiter und Organisator

Ende 2004 wurde ich Generalsekretär der FDP in Nordrhein-Westfalen. Die erste Herausforderung: der Landtagswahlkampf 2005, der zum Regierungswechsel führt. Einen so kollegialen Zusammenhalt wie in der dann folgenden schwarz-gelben Regierung habe ich danach selten erlebt. Ich selbst habe eine neue Rolle übernommen: Ich musste nun für den Landesvorsitzenden und stellv. Ministerpräsidenten Andreas Pinkwart die liberale Handschrift in der Koalition erklären.

Einzug in den Deutschen Bundestag

Christian Lindner im Bundestag

Zu meinem dreißigsten Geburtstag und nach fast zehn Jahren im Landtag war für mich 2009 klar: Ich möchte mithelfen, für Deutschland einen Politikwechsel zu erreichen. Also habe ich mich um ein Bundestagsmandat beworben mit Erfolg.

Generalsekretär von Guido Westerwelle

Christian Lindner und Guido Westerwelle

Eigentlich wollte ich mich in der neuen Bundestagsfraktion im Bereich Wirtschafts- und Energiepolitik einbringen. Doch auf Vorschlag des FDP-Bundesvorsitzende Guido Westerwelle wurde ich im Dezember 2009 Generalsekretär der Bundespartei. Neben der mir aus NRW  bekannten Aufgabe kam der Auftrag hinzu, für die Freien Demokraten die Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms zu leiten.

Schwere Entscheidungen

Ab Dezember 2009 habe ich die Politik der FDP im Bund als Generalsekretär erklärt, verteidigt und mitgestaltet. Im Mai 2011 übernahm Philipp Rösler den Vorsitz von Guido Westerwelle. Wenige Monate später habe ich mein Amt zurückgegeben. Leichtfertig fällt man so eine Entscheidung nicht. Eigene Ansprüche und die Erwartungen Dritter passten damals schlicht und einfach nicht mehr zusammen. Als Bundestagsmitglied wollte ich mich dann wieder auf die Wirtschaftspolitik konzentrieren.

Zurück nach NRW

Christian Lindner zurück in Nordhrein-Westfalen

Doch es kam anders: Im März 2012 löste sich der Landtag von NRW auf, weil die FDP den Schuldenhaushalt der rot-grünen Minderheitsregierung nicht mittragen wollte. Auf Bitten vieler Parteifreunde habe ich dann die Spitzenkandidatur übernommen. Wir wollten mit unserer Kampagne ein neues Profil für die FDP zeigen. Bei der Wahl am 13. Mai 2012 erhielten wir 8,6 Prozent der Stimmen – das zweitbeste Wahlergebnis seit 1958. Die 22 Abgeordneten der neuen Fraktion wählten mich zu ihrem Vorsitzenden.

Erneuerung der FDP

Christian Lindner beim Bundesparteitag

Im September 2013 kam es zu einer historischen Zäsur: die FDP schied aus dem Deutschen Bundestag aus. Am Tag nach der Niederlage habe ich meine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt: Es konnte nicht sein, dass die Kraft der Freiheit auf Dauer nicht im Parlament vertreten ist. Im Dezember wurde ich zum Bundesvorsitzenden gewählt. Gemeinsam haben wir die Niederlage aufgearbeitet und uns ein neues Leitbild gegeben. Wir haben allen Versuchungen widerstanden, Ansehen dem Aufsehen zu opfern – und so bereits wieder Erfolge erzielt. Doch der Weg ist noch lang. Aber diese Aufbauarbeit macht uns allen Freude.

Leben genießen

Christian Lindner beim Rennsport

Viel Raum für Freizeit blieb nie und bleibt auch jetzt nicht. So ist das, wenn der Beruf auch Leidenschaft ist. Kostbar ist daher die Zeit mit meiner Frau, meiner Familie und meinen Freunden – bei gutem Essen oder im gemeinsamen Urlaub. Mein Lieblingsthema abseits der Politik: alles, was mit Benzin betankt werden kann.